9. Johann-Joseph-Fux-Opernkompositionswettbewerb

des Landes Steiermark

Die Kunstuniversität Graz (KUG) bringt zusammen mit dem Land Steiermark einen Opernkompositionswettbewerb für Komponist*innen zur Ausschreibung.

Ziel ist die Förderung

  • hochtalentierter Komponist*innen der jüngeren Generation, konkret manifestiert in der Vergabe von Kompositionsaufträgen für zwei Musiktheaterwerke von jeweils rund 50 Minuten Länge sowie
  • der Entstehung von neuen Werken für Musiktheater (zwei Einakter pro Wettbewerbsausgabe) und deren Uraufführungen mit den Studierenden an der KUG, Institut für Musiktheater. Die Produktion gilt als wichtiges Element der Ausbildung von KUG Gesangs- und Instrumentalstudierenden.

Die Jury hat den Auftrag, geeignete Komponist*innen, die durch ihr bisheriges Schaffen bereits aufgefallen sind, zur Teilnahme einzuladen. Gesucht werden junge Komponist*innen, die den Fokus auf die Beherrschung des Umgangs mit der Gesangsstimme legen und eine unverkennbar eigene, originelle Tonsprache zeigen.

Diese geladenen Komponist*innen sollen an einem dreistufigen Prozess teilnehmen, der unter „ABLAUF & BESETZUNGnäher beschrieben wird.

Voraussetzung ist ein dauerhafter Wohnsitz in Europa. Alterslimit: 40 Jahre (geboren nach dem 16. April 1983). Kompositionsstudierende (aus Bachelor- und Masterprogrammen) sind zur Teilnahme am Wettbewerb nicht zugelassen.

PREISBESTANDTEILE

Die sechs Finalist*innen erhalten je 2.500 Euro (brutto) nach Abgabe der geforderten Unterlagen (Stufe 2).

Die beiden prämierten Komponist*innen (Stufe 3) erhalten den Johann-Joseph-Fux-Opernkompositionspreis des Landes Steiermark und damit verbunden einen Kompositionsauftrag für ein Musiktheaterwerk laut Ausschreibung.

Das Preisgeld von je 8.000 Euro (brutto) wird nach Abgabe des gesamten Musiktheaterwerkes ausbezahlt. Preisbestandteil ist die Uraufführung der beiden Preisträger*innenwerke durch die Kunstuniversität Graz.



WETTBEWERBSBEDINGUNGEN & RECHTE

Die Umsetzung der Preisträger*innenwerke erfolgt mit Studierenden der Kunstuniversität Graz. Dies ist von den Komponist*innen zu berücksichtigen. Es soll in einem frühen Stadium (insbesondere in Stufe 3) des Kompositionsprozesses der Dialog zwischen Komponist*innen und umsetzenden Künstler*innen, vertreten durch ein Gremium, das für die Umsetzung verantwortlich zeichnet, gegeben sein. Das Gremium setzt sich aus Verantwortlichen der Bereiche Regie und musikdramatische Darstellung/musikalisch sowie der beiden Studiengänge PPCM Instrumental und PPCM Vokal zusammen.

Die Uraufführung der Werke bleibt der Kunstuniversität Graz vorbehalten. Die Reihenfolge wird durch die KUG festgelegt. Im Falle einer Überlänge der Komposition behält sich die KUG das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen. Darüber hinaus behält sich die KUG auch das Recht vor, bei Nicht-Aufführbarkeit eines Preisträger*innenwerkes durch Studierende der Universität, das Werk nicht zur Uraufführung zu bringen.

Bei Bedarf können Workshops mit den Komponist*innen und den Mitwirkenden geplant werden.

Details zu Rechteabtretungen finden sich am Anmeldeformular.

Die Teilnahme erfolgt gültig via Zusendung der geforderten Unterlagen und mit unterzeichnetem Anmeldeformular, mit dem die Wettbewerbsbedingungen, Rechteabtretungen und der Ablauf akzeptiert werden.

Alle in der Ausschreibung genannten Beträge sind brutto und verstehen sich inklusive allfälliger Abgaben.

Es besteht kein Rechtsanspruch auf die Teilnahme am Wettbewerb. Der Rechtsweg im gesamten Wettbewerb ist ausgeschlossen und alle Entscheidungen der Jury sind final.

ABLAUF

1. Stufe (Einreichfrist: 16. April 2023)

Die eingeladenen und teilnehmenden Komponist*innen reichen das unterzeichnete Anmeldeformular zusammen mit folgenden Unterlagen ein:

  • Bereits existierende Eigenkompositionen: Zwei Partituren, darunter mindestens ein Werk mit Vokaleinbindung, sowie ein Audio-File mit der Aufnahme einer der eingereichten Partituren. Die Werke sollen das jeweilige aktuelle kompositorische Schaffen repräsentieren.
  • Zusätzlich ist als erste Grundidee (Einakter von ca. 50 Minuten Länge) eine Handlungsskizze inklusive Inhaltsangabe und eines Libretto-Vorschlags einzureichen. Wird eine literarische Vorlage genutzt, sind die Autor*innen und etwaige Bearbeiter*innen zu nennen. Bei einem neuen Text der*die Librettist*in.

2. Stufe (Einreichfrist: 30. Oktober 2023)

Die Jury wählt aus diesen Einreichungen sechs Kandidatin*innen aus, die aus ihrer Grundidee ein Konzept für ein vollständiges Werk ausarbeiten.

Einzureichen sind:

  • ein vollständiges Libretto
  • eine Szene von mindestens 5 Minuten Länge in vollständiger Partitur (inklusive Instrumentierung)

In Rücksprache mit der Wettbewerbsorganisation und der Jury werden im Vorfeld die Rahmenbedingungen, bezogen auf die Sänger*innen, die Instrumentalist*innen, das Instrumentarium und die Bühnentechnik, die die Aufführbarkeit an der KUG gewährleisten sollen, geklärt.

Für die Ausarbeitung ihres Werkes erhält jede*r Komponist*in dieser Stufe, nach Abgabe aller geforderten Unterlagen, ein Honorar von 2.500 Euro (brutto).

3. Stufe (Einreichfrist: 30. Oktober 2024)

Aus diesen sechs Einreichungen wählt die Jury zwei Preisträger*innen aus, die den Auftrag erhalten, das jeweilige Werk – unter Berücksichtigung möglicher weiterer von der Jury festgelegten Auflagen für eine realistische Aufführbarkeit im Rahmen der KUG mit ihren Studierenden –  fertigzustellen.

Für den Werkauftrag erhalten die Komponist*innen dieser Stufe jeweils 8.000 Euro (brutto) inklusive allfälliger Abgaben nach Einreichung der vollständigen Unterlagen.

Die Einreichfrist für die Partitur des gesamten Werkes, das Stimmenmaterial, einen Klavierauszug und eine elektronische Demoaufnahme ist der 30. Oktober 2024.

Die Zeiten für die geplante Uraufführungen im Rahmen des ORF musikprotokoll sind:

Oktober 2025 für Werk 1 und Oktober 2026 für Werk 2.

BESETZUNGSVORGABEN

Gesangsbesetzung
3-7 Sänger*innen (möglichen Counter und/oder Altisten erfragen)
Maximal 1 Sprecher*in
Kein zusätzlicher Chor

Hinweisen möchten wir darauf, dass diese Produktionen von jungen Sänger*innen mit klassischer Gesangsausbildung bestritten werden und prinzipiell keine dramatischen Stimmfächer in die Komposition Eingang finden sollen.

Instrumentalbesetzung
Minimal: 8 Instrumentalist*innen
Maximal: 17 Instrumentalist*innen

Folgende Instrumente stehen zur Verfügung:

2 Violinen
1 Viola
1 Cello
1 Kontrabass
1 Flöte (Piccolo, Alt-Flöte, Bass-Flöte)
1 Oboe (Englischhorn)
1 Klarinette (B- Klarinette, Es-Klarinette)
1 Saxophon (Sopran, Alt, Bariton)
1 Fagott (Kontrafagott)
1 Horn
1 Trompete
1 Posaune
1 Klavier (Celesta, Synthesizer)
2 Schlagwerke
1 Akkordeon

Die angeführten Instrumente dürfen immer nur in solistischer und einfacher Besetzung Verwendung finden. Der Einsatz von Verstärkung, Live-Elektronik und Zuspielungen ist prinzipiell möglich. Die konkreten Umsetzungswünsche sind in einer späteren Wettbewerbsphase mit dem KUG-Institut für elektronische Musik und Akustik (IEM) und/oder der Abteilung Bühnen- und Tontechnik abzustimmen.